Jan 11

Studieren und ohne Bafög über die Runden kommen? Auch die Eltern tun sich schwer, das Leben ihres Schützlings zu finanzieren? Probleme, mit denen sich der eine oder andere Student herumschlagen muss. Und seit Studiengebühren Gang und Gebe sind, ist es nicht leichter geworden. Letztlich fühlt sich für verzweifelte Studenten, die am Existenzminimum vegetieren, auch kein Amt dafür zuständig, den Lebensunterhalt zu zahlen. Also, was machen?

Als ich vor ein paar Jahren erstmals vor dieser Misere stand, suchte ich verzweifelt nach Jobs für Studenten, um nicht notgedrungen unter einer Brücke schlafen zu müssen. Problematisch war und ist natürlich, dass man als Student nicht jeden Job annehmen kann. Schließlich erfordert ein Studium auch die Anwesenheit in diversen Seminaren und Vorlesungen. Ist es in dem einen Semester möglich, beispielsweise den ganzen Montag arbeiten zu können, so muss das fürs folgende Semester nicht mehr zutreffen, weil sich der Stundenplan grundlegend geändert hat. Bleibt also nur der Abend und das Wochenende als verlässliche Arbeitszeit. Alles andere muss spontan gehen. Sämtliche Arbeitgeber, die nach jungen Menschen suchen, setzen jedoch eine gewisse Verbindlichkeit bezüglich der Arbeitszeit voraus, der viele Studenten nicht gerecht werden können.

Wer im Rahmen von Studentenjobs also nicht mehrere Tage die Woche bis in die tiefe Nacht hinein in einer Kneipe oder Bar stehen will, um nachtaktive Menschen ihre Freizeit mit allerlei Getränken zu versüßen, der steht vor einem echten Problem. Schließlich kam ich durch Freunde darauf, nach Studentenjobs im Promotion-Bereich zu suchen. Ich war erstaunt, wie breit die Palette an Tätigkeiten ist, die hier angeboten wird. (www.red-promotion.de liefert einen guten Überblick über das Spektrum an Jobs für Studenten) Also habe ich mich bei einer Promotionagentur in meiner Heimatstadt Leipzig beworben. Grundsätzlich bei einer Bewerbung sind Daten wie Körper-, Kleider- und Schuhgröße, Haarfarbe etc. Alles, was mit Äußerlichkeiten zusammenhängt. Gut ist also immer, wenn man schöne Foto von sich parat hat: Portrait und Ganzkörperaufnahmen. Diverse Schnappschüsse von Handykameras sind hier allerdings nicht angebracht.

Nachdem meine Bewerbung angenommen worden ist und ich zum ersten Gespräch in der Agentur aufgetaucht bin, wurde geklärt, ob ich auf Lohnsteuerkarte oder auf Gewerbeschein arbeiten möchte. In der Regel geht beides. Man verdient aber meistens mehr, wenn man auf Gewerbeschein arbeitet und seine Rechnungen selbst stellt. Für Studenten ist ein Gewerbe auch nicht weiter problematisch. Ich bin einfach ins Ordnungsamt meiner Stadt gegangen und habe einen Gewerbeschein beantragt (das kostet allerdings zwischen 20 und 40 Euro). Wichtig ist, wie mir vorher gesagt wurde, dass man, wenn man als Promoter arbeiten möchte, den Tätigkeitsbereich, für den das Gewerbe angemeldet werden soll, so groß wie möglich fasst. Alle möglichen Arbeitsfelder, die mit einem Job für Studenten zu tun haben könnten, also Gastroservice, Messehost bzw. Messehostess, Verkostung, Kinderbetreuung usw., sollten aufgeführt werden. Mein Sachbearbeiter war so freundlich und hat mir beim Ausfüllen der betreffenden Spalte geholfen. Schließlich hat er Erfahrung, denn in der Regel sitzen mehrere Studenten die Woche vor ihm und wollen ebenfalls ein Gewerbe anmelden. Kurz nachdem ich meinen Gewerbeschein stolz nach Hause getragen hatte, meldete sich auch prompt das Finanzamt. Kurzer Adrenalinstoss beim Öffnen des Briefes: Ämter sind mir irgendwie immer etwas suspekt, erst recht das Finanzamt. Ich sollte nun einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen und hinschicken. Leider bin ich im Umgang mit Ämtern nicht besonders geübt. Beamtendeutsch erscheint mir wie Chinesisch. Also habe ich den Fragebogen so weit wie möglich ausgefüllt. Irgendwo ging es dann um die Besteuerung meines Gewerbes und ich wusste nicht recht, was rein schreiben. Also bin mit dem Schriebs einfach ins Finanzamt gegangen, um mir Hilfe zu holen. Die Beamtin, die mir gegenübersaß war sehr freundlich und hat mir die einzelnen Regelungen erklärt und wichtigen Informationen gegeben. (Ich wusste das damals nicht, aber es besteht Auskunftspflicht vonseiten des Finanzamtes.) Als Student muss man unbedingt darauf achten, dass man als Kleinunternehmer geführt wird, damit man nicht diverse Steuern zahlen muss. Hier im Blog gibt es schon einen Beitrag zu diesem Thema, schaut mal hier.

Nun hatte ich also meinen Gewerbeschein und konnte endlich loslegen…

FORTSETZUNG FOLGT

Teil 2

2 Kommentare zu “Mein Start in die Promotionwelt.”

  1. Nebenjob-Heimarbeit Sagt:

    Toller Artikel! Es ist immer wieder interessant, Erfahrungsberichte aus dem Leben von Studenden mit Nebenjobs zu hören oder zu lesen. Daß das Geld bei vielen immer knapper wird und dann Kreativität bei der Geldbeschaffung gefragt ist, trifft immer mehr Leute.
    Leider gibt es im Themenbereich „Heimarbeit und Nebenjob“ immer wieder Betrüger, die bereits finanziell geschwächten Menschen den letzten Cent aus der Tasche ziehen wollen.
    In meinem Blog versuche ich typische Fallen aufzuzeigen, um etwas Aufklärung zu betreiben.

  2. FISCHER,LAUFS Sagt:

    Sehr interessant ein mal die „andere Seite“ und das was sie/euch bewegt kennen zu lernen. Viele Grüße aus München.

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